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Altersbedingte Makuladegeneration



Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD): Fortschreitender Untergang der Sehsinneszellen an der Stelle des schärfsten Sehens der Netzhaut (gelber Fleck) durch Anhäufung von Ablagerungen und Durchblutungsstörungen. Diese Erkrankung ist die häufigste Ursache schwerer Sehbehinderungen bei über 65-Jährigen.

Leitbeschwerden

  • Unscharfes Sehen
  • Verzerrtes oder welliges Sehen, besonders auffällig bei Gittern
  • Grauer Fleck, später Sehverlust in der Mitte, außen erhaltene Sehkraft.

Die Erkrankung

Gesichtsfeldausfall bei altersbedingter Makuladegeneration (oben) und beim grünen Star (unten).

Bei älteren Menschen sammelt sich „Zellmüll" zwischen den Sehsinneszellen an. Dadurch werden die Zellen im Bereich der Makula geschädigt. Diese trockene Makuladegeneration ist die häufigste Form (85 %), sie kann über Monate oder Jahre bei einer annehmbaren Sehschärfe stabil bleiben, aber auch jederzeit in die seltenere (15 %), aber wesentlich gefährlichere, feuchte Form übergehen.

Bei der feuchten Makuladegeneration führen Durchblutungsstörungen zu Gefäßneubildungen im Bereich der Makula. Durch Löcher im Pigmentepithel wuchern „minderwertige wilde" Gefäße aus der Aderhaut unter die Netzhaut. Aus diesen Gefäßen tritt Blutserum und im späteren Stadium Blut aus. Die Netzhaut schwillt an (sie wird „feucht"), es kommt zu verzerrtem, welligem Sehen und langfristig zu einer Zerstörung der Sehsinneszellen und einem zunehmenden zentralen Gesichtsfeldausfall.

Das macht der Arzt

Die Diagnose erfolgt durch Spiegelung des Augenhintergrunds, einer Fluoreszenzangiografie (Darstellung der Netzhautgefäße) und einen speziellen Sehtest, das Amsler-Netz: Liegt eine Makuladegeneration vor, nimmt der Patient ein Gittermotiv mit Verzerrungen und welligen Linien wahr. Der Test eignet sich auch als Selbsttest.

Hochdosierte Gaben von Vitamin C, E oder Beta-Karotin bieten die Chance, die trockene Makuladegeneration zu verlangsamen. Bei der feuchten Makuladegeneration können Lasertherapien das Sehvermögen stabilisieren. Letztere zerstören aber auch gesunde Netzhautareale, daher kommen sie nur in sehr abgegrenzten Fällen zur Anwendung. Die photodynamische Therapie (PDT) stellt in einigen Fällen eine weitere Behandlungsmöglichkeit dar: Dabei erhält der Betroffene über die Armvene einen lichtaktivierbaren Farbstoff, der sich in den neu gebildeten undichten Gefäßen anreichert. Anschließend zerstört der Augenarzt diese Strukturen mit einem auf den Farbstoff abgestimmten Laser. So bleiben gesunde Netzhautareale intakt.

Seit Kurzem stehen zwei sehr wirkungsvolle Medikamente, Lucentis® und Avastin®, zur Verfügung, die gezielt die Gefäßwucherungen bei der feuchten Makuladegeneration stoppen – sie heißen Anti-VEGFs (anti-Vascular Endothelial Growth Factor, Gefäß-Wachstumsfaktor-Hemmer). Studien zeigen eine Erfolgsquote von 70 %, in manchen Fällen gelingt sogar eine Sehverbesserung. Die verschiedenen VEGF-Hemmer unterscheiden sich chemisch kaum. Avastin® enthält den Wirkstoff Bevacizumab, Lucentis® den Wirkstoff Ranibizumab und Eylea® den Wirkstoff Aflibercept. Sie werden in den Glaskörper des Auges injiziert. Die Behandlung muss bis zu zehnmal wiederholt werden. Lucentis® und Avastin® stammen vom gleichen Hersteller (Genentech) und wirken nach allem, was bisher bekannt ist, gleich. Beim Preis und in der Zulassung gibt es jedoch deutliche Unterschiede. Die Anwendung des biiligeren Avastin® erfolgt als off-label, da es über keine Zulassung zur Anwendung am Auge verfügt. Der Hersteller Genentech wird heftig dafür kritisiert, dass er für die AMD-Therapie einen vielfach höheren Preis durchsetzen möchte. Die Kosten der Therapie mit Eylea® liegen etwa auf gleicher Höhe wie mit Lucentis®. Für die Anwendung von Eylea® spricht seine geringere Injektionsrate mit dementsprechend vermindertem Blutungs- und Infektionsrisiko. Um das Infektionsrisiko am Auge zu minimieren, wird das Auge vor der Injektion mit antibakteriellen Augentropfen oder Jodtropfen gespült.

Für die Arzthonorare übernehmen bislang nur wenige Krankenkassen die vollständigen Kosten. Klären Sie deshalb vorab, welche Anteile die Kasse in welcher Höhe übernimmt.

Die Behandlung wird ambulant in einer operativ ausgerichteten Augenarztpraxis oder einer Augenklinik durchgeführt und nimmt 2-3 Stunden in Anspruch – die eigentliche Injektion dauert nur Minuten. Der Arzt säubert das Auge und betäubt es mit Tropfen bzw. Gel. Dann injiziert er das Medikament mit einer kleinen Spritze direkt in den Glaskörper. Die Therapie gilt als sehr sicher. In seltenen Fällen gelangen durch die Injektion Luftbläschen in den Glaskörper (Mouches volantes), die für einige Tage im Sichtfeld stören, aber dann wieder verschwinden.

Forscher der Queen's University in Belfast haben nachgewiesen, dass auch die beiden Karotinoide Lutein und Zeaxanthin das Fortschreiten der Makuladegeneration verhindern können.

Komplementärmedizin

  • In der so genannten ARED-Studie konnte in den 90er Jahren das Fortschreiten der Makuladegeneration durch Gaben von Vitaminen und Mineralien signifikant vermindert werden. Das risikobehaftete Beta-Karotin wird in neuester Zeit ersetzt durch Lutein, gegenbenenfalls auch Zeaxanthin (Pflanzenfarbstoffe)
  • Einige Therapeuten bieten Akupunktur als Begleitmaßnahme bei der Behandlung einer altersbedingten Makuladegeneration an – ob dies ein Fortschreiten der Krankheit verhindern kann, ist noch nicht belegt.

Von: gesundheit-heute.de; Dr. rer. nat. Katharina Munk | zuletzt geändert am 16.09.2016 um 12:40


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